Ria Vos bei den Forty Fours in Sindelfingen am 28. September 2013

Portrait RIA VOS – Interview am 29.09.2013

Ria Vos aus den Niederlanden macht uns – die Linedancer – seit einigen Jahren glücklich, indem sie uns immer wieder neue fantastische Tänze schenkt. Dass sie dafür geliebt wird, zeigen die vielen internationalen Auszeichnungen, die sie seit 2010 erhalten hat. Da erscheint es fast unglaublich, dass sie dieses Jahr erst zum 2. Mal einer Einladung nach Deutschland folgte. Diese kam von den Forty Fours in Sindelfingen. Ria war der Gaststar der Line-Dance-Party, die am 28. September in Sindelfingen stattfand. Nach der Party haben wir mit Ria ein kleines Interview gemacht. Mit dem daraus entstandenen Bericht möchten wir Ria Vos den Tänzern und Tänzerinnen im deutschsprachigen Raum näher bringen.

Ria Vos und Karin Ronke
Karin Ronke                                    Ria Vos

Persönliches

Ria ist 51 Jahre alt, verheiratet und hat 3 Kinder. Der Sohn und die älteste Tochter sind erwachsen und führen ihr eigenes Leben. Die jüngste Tochter ist heute 17 Jahre alt und wohnt noch zu Hause. Ria ist seit 2 Jahren Oma und sie hätte gerne mehr Zeit für den kleinen Enkelsohn. Sie lebt in einem kleinen Ort südlich von Rotterdam. Von dort fährt sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Rotterdam zur Arbeit. Dort arbeitet sie halbtags im größten Buchladen der Niederlande. Um Linedance-Termine besser planen zu können, muss sie seit einiger Zeit samstags nicht mehr arbeiten, allerdings manchmal noch am Sonntag.

Ria hat Apothekenhelferin gelernt. Diesen Beruf übt sie jedoch schon länger nicht mehr aus. Sie erkrankte mit Mitte 30 sehr schwer an Brustkrebs. Es hat fast 10 Jahre gedauert, bis sie die Krankheit und die Folgen komplett überwunden hat. Die schweren Zeiten haben sie stärker gemacht und verändert, erklärt sie. Sie war früher ein zurückhaltender Mensch. Heute lebt sie ihr Leben sehr viel mehr nach außen und die Entwicklung, die sie als Linedancerin und Choreographin genommen hat, bieten ihr viele Möglichkeiten dafür.

LINEDANCE – Dancing & Teaching

Wie viele von uns ist auch Ria zum Line Dance gekommen. Eine Kollegin hat sie vor ca. 14 Jahren zum Unterricht mitgenommen. Sie ging gerne mit, da sie die Chance, ohne Partner tanzen zu können, unbedingt ausprobieren wollte. Sie war von Anfang an fasziniert. Wie zu dieser Zeit in Deutschland üblich, tanzte man auch in den Niederlanden nach Countrymusik. Ria ist keine spezielle Anhängerin der Countrymusik. Sie nahm die Musik, so wie sie damals angeboten wurde. Nach einer gewissen Zeit hat sie in dieser Tanzgruppe auch Unterricht erteilt. Als es zu Unstimmigkeiten kam, entschied sie sich dazu, einen eigenen Club zu gründen. Um schritttechnisch und unterrichtstechnisch gerüstet zu sein, hat sie einen Trainerschein beim Niederländischen Verband für Country und Westerntanzen gemacht. Derzeit gibt es einen Anfänger- und einen Fortgeschrittenenkurs mit ca. 40-60 Personen am Montag und Donnerstag. Die Newline-Gruppe in der Mitte der Woche kann sie aus Zeitgründen nicht mehr anbieten. Sie hat jedoch vor, sich mit ihren Freundinnen 1x im Monat treffen.

2013 ist sie sehr viel unterwegs. Sie wird noch 3x über den Atlantik fliegen, um an großen internationalen Events teilzunehmen. 2014 möchte sie ihren Terminkalender etwas kleiner halten.

LINEDANCE – Choreographie

Aus Mangel an geeigneten Tänzen hat Ria 2007 begonnen, Anfängertänze zu choreographieren, die sie in ihrem Unterricht anwendete. Gleich der erste Tanz „Crashing Down“ wurde von ihrer Gruppe so gut angenommen, dass er heute noch getanzt wird. Etwas später im Jahr 2007 choreographierte sie für ein großes Country-Festival in den Niederlanden den Tanz „Mr. Policeman“ zur Musik von Brad Paisley. Wenn sie zu Workshops eingeladen worden war, unterrichtete sie bis dahin die Tänze von anderen Choreographen. Dies änderte sich 2007 und „Mr. Policeman“ war ein erster toller Erfolg in Holland und auch in Frankreich. Der Aufstieg zu einer der weltweit bekanntesten Persönlichkeiten in der Linedance-Szene begann 2009, als ihr Tanz „Sister Kate“ bei den 14. CBA für einen Crystal Boot nominiert wurde.

Hier ein wenig Hintergrundinformation, die wir auf der Homepage vom Linedancer Magazine recherchiert haben:

Einen Crystal Boot hat Ria 2009 bei den 14. Crystal Boot Awards noch nicht gewonnen, aber sie erhielt Nominierungen in 2 weiteren Kategorien „Internationale Choreographie“ und „Rising Star“. Von da an ging es unaufhaltsam weiter. Sie gewinnt ab 2010 jedes Jahr den CBA für „Internationale Choreographie“ und lässt damit ihren Landsmann Roy Verdonk und Jo Thompson Szymanski aus den USA hinter sich. 2011 gewinnt sie zusätzlich 2 CBAs für den fantastischen NC-2Step „Bittersweet Memory“. 2012 werden ihr zum ersten Mal beide Awards für die internationalen Kategorien „Choreographie“ und „Instructor“ überreicht. Der Weg, den Ria bis hier zurückgelegt hat, ist schier unglaublich. Sie hat sich einen festen Platz in der 1. Reihe der Line-Dance-Welt erarbeitet.

Spiegelbild dieser einmaligen Situation ist auch der Stand der Dinge am 30. September 2013. Unter den Top 20 / Linedancer Magazine finden sich:

#1 = Wow Tokyo ( eine Co-Produktion mit Kate Sala)

#2 = No Man’s Land

#15 = Hurt Me Carefully

“His Only Need” ist das Video, das am häufigsten von allen jemals angeschaut wurde!

Ria ist unglaublich fleißig. Auf der Website Cobberknob finden sich mehr als 160 Tänze, die sie seit 2007 choreographiert hat.

Wie kommt es, dass sich Rias Tänze solch einer Beliebtheit erfreuen? Ria denkt, dass es an ihrer Art, Tänze zu choreografieren liegt. Auch ist die Musikauswahl ein sehr wichtiger Faktor. Sie verwendet sehr viel Zeit auf die Suche nach passender Musik, wobei sie nicht auf einen bestimmten Musikstil fixiert ist. Einen mitreißenden Titel zu finden, der einzigartig ist, erfordert, dass sie einen Song vor dem Bekanntwerden entdeckt. So sucht sie auf verschiedenen Internetseiten, die Musik veröffentlichen, oder direkt bei den Musikern und Sängern nach Neuerscheinungen oder auch nach älteren Titeln, die bisher für Linedance-Choreographien noch nicht verwendet wurden. Auf die schwierige Frage, woher sie ihre Inspirationen nimmt, hat sie natürlich keine wirkliche Antwort. Aber sie bringt uns auf die Spur, wenn sie erzählt, dass sie schon immer ein sehr kreativer Mensch war, der gerne Neues für sich entdeckt und dann aber auch sehr intensiv betreibt. Vor Line Dance hat sie gemalt und Kleidungsstücke entworfen, z. B. für ihre Kinder, die früher an Linedance-Wettbewerben teilnahmen. Wenn sie sich einer Sache widmet, beschäftigt sie sich sehr intensiv damit. Sie ist mit 80 oder 90 Prozent nicht zufrieden, sondern erst mit 150 Prozent. Sie ist eine überzeugte Perfektionistin und ihr Erfolg gibt ihr Recht. Sie glaubt auch, dass ihre Offenheit gegenüber allem ihr dabei hilft, kreativ zu sein und zu bleiben.

LINEDANCE – die Vision

Das Wichtigste am Line Dance ist für sie, dass man Spaß hat. Sie hofft, dass sich die Fraktionen von Anhängern des „Country Linedance“ und des „Modern Linedance“ irgendwann auflösen und sich Linedancer dem Tanzen an sich widmen und man sich nur noch im Musikgeschmack unterscheidet, dass Partys und Events von allen zusammen besucht werden und ein schöner Mix der Musikrichtungen dafür sorgt, dass alle Tänzer zu ihrem Spaß kommen.

Die Party der Forty Fours am 28. September in Sindelfingen hat ihr genau das gezeigt: viele gut gelaunte Tänzer und Tänzerinnen, die viel Spaß am Tanzen und an der Gemeinschaft hatten. Sie hat sich auf dieser Party sehr wohl gefühlt.

Elke Kunze von den Forty Fours hat auf der Homepage der Forty Fours ihren Bericht über die Veranstaltung in Sindelfingen eingestellt. Bitte hier nachlesen, wie die Party war und welche Tänze Ria unterrichtet hat https://www.fortyfours.de/Berichte.

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