20 Jahre Munich LADs, Workshops & Party am 16.04.2016 in München

Auf 20 Jahre Vereinsgeschichte können noch nicht so viele Vereine in Deutschland zurückblicken. Die Munich LADs feierten diesen besonderen Anlass am 16. April im Bürgersaal Fürstenried in München.

Der Verein ist nicht sehr mitgliederstark, trotzdem hat er seit dem ersten Training im April 1996 die Zeiten überdauert und hat sich wie andere Vereine vom Tanzen zu Countrymusik zu einer Modern-Linedance-Gruppe entwickelt, womit sie sich allerdings und leider im Münchner Raum sehr von anderen Linedance-Gruppen unterscheidet.

Ich fühle mich der Gruppe schon lange verbunden. Seit 2008 nehme ich regelmäßig an Partys dieses Vereins teil. Die LADs sind für mich Vorreiter in Sachen „Modern Linedance“ im Süden von Bayern. Die Gruppe scheute in der Vergangenheit keine Kosten und Mühen, um international sehr bekannte Choreographen als Teacher für ihre Partys einzuladen. Ich habe so schon sehr schöne Erinnerungen an die Partys mit Robbie McGowan Hickie (2009), mit Ria Vos (2012) und Niels Poulsen (2013). Um an der Party mit Guyton Mundy 2011 dabei sein zu können, hätte ich fast meinen Urlaub in Griechenland geopfert. Auch die persönlichen Kontakte zu einigen Mitgliedern der Gruppe, die so wie ich Linedance sehr intensiv betreiben und dafür gerne reisen, machen mir viel Freude.

Für die 20-Jahr-Feier am 16. April hatten die LADs Yvonne Anderson aus Schottland und José Miguel Belloque Vane aus den Niederlanden eingeladen. Ich war mir sicher, dass mit dieser ungewöhnlichen Kombination ein toller Workshoptag bevorstand.

Yvonne und José üben
Yvonne und José üben ihren Workshoptanz.

Wir kamen in den Bürgersaal hinein und sahen Yvonne und José auf der Tanzfläche etwas gemeinsam tanzen. Dieses Bild war für mich das Sinnbild des Tages. Sie sahen einfach toll zusammen aus, ganz harmonisch und elegant. Der Altersunterschied und die ganz unterschiedliche Art Linedance zu betreiben, spielten bei diesem Bild gar keine Rolle.

Yvonne Anderson kommt aus Schottland und begann mit Linedance so vor 20 Jahren und zwar nicht in ihrer Heimat sondern in den USA. Sie hat u. a. von der Linedance-Legende Max Perry gelernt. Ich schätze, dass sie 55 Jahre überschritten hat. Sie ist groß gewachsen, sehr schlank und tanzt mit stilvollem Körpereinsatz. Nach der Rückkehr nach Kilmarnock in Schottland dauerte es nicht lange, bis sie in Sachen Linedance voll im Geschäft war. Sie unterrichtet verschiedene eigene Gruppen mit unterschiedlichen Levels und ist fest von Kingshill Linedance Holidays als Trainerin für Linedance-Urlaubsreisen engagiert. Durch den Tanz „Wagon Wheel Rock“ wurde sie als Choreographin auch in Deutschland bekannt. Dieser Tanz bescherte ihr einen Crystal Boot Award für den beliebtesten Improver-Tanz im Jan 2013. Die Einträge auf Copperknob zeigen, dass sie eine sehr fleißige Choreographin ist und sich vorwiegend mit Countrymusik befasst. Dass sie eine interessante und fesselnde Teacherin ist, konnte ich in Southport (Eurodance 2014) feststellen. So habe ich mich auf ihre Teilnahme an der Feier sehr gefreut.

José Miguel Belloque Vane feiert 2017 seinen 30. Geburtstag. Man kann sich für die Party am 25. März in Laventie / Frankreich anmelden. Er ist mittelgroß und sehr schlank. Er ist ein fester Teil vom Team „Roy Verdonk“. Er unterrichtet in Roys Tanzstudio Linedance und Paartanz. Er ist ein sehr gut ausgebildeter Tänzer und hat es als Turniertänzer bis zum WCDF-Megastar gebracht. Einer aus unserer Gruppe gefällt er am besten im schwarzen eleganten Outfit und ich gebe ihr recht: er sieht darin sehr gut aus und tanzt sehr schön seinen Tanz „Catch & Release“ vom August 2015. José ist in Deutschland als Choreograph auch schon bekannt. Wir haben 2011 „Danza Kuduro“ gelernt. Letztes Jahr waren „Twist Twist Twist“ und „And Get It On“ zwei Highlights für uns. Er steht für mich für die lateinamerikanischen Rhythmen. Da ein Elternteil aus Spanien stammt, liegt ihm diese Musik sicher viel näher als den meisten von uns. José ist auch international viel unterwegs. Er wird von überall in der Welt für Events als Teacher eingeladen und ist Coproduzent von Tänzen, mit denen in Chicago jedes Jahr ein „Team USA“ gegen ein „Team Europe“ antritt. Ich habe mich auch auf José sehr gefreut, weil ich ihn gerne kennenlernen wollte.

Workshops

Workshops

Wir wurden förmlich mit Workshops überschüttet, immer im Wechsel zwischen Yvonne und José.

64/4 Easy Intermediate Rumba von April 2016 zur romantischen Countrymusik „Angeleno“ von Sam Outlaw

32/4 Intermediate von April 2016 zur gleichnamigen Musik von Aliz Velix. Diesen Tanz hat José zusammen mit vielen Tänzern aus Korea choreographiert.

48/4 Intermediate von April 2016 auf das Lied „Only The Horses“ von den Scissor Sisters.

Da die Musik der Scissor Sisters recht schnell ist, hat Yvonne im 1. Schritt das Lied „Compass“ von Lady Antebellum gespielt, um die Schritte mit uns einzuüben. Leider gibt es noch kein Video. Yvonne hat diesen Tanz in München zum ersten Mal unterrichtet.

Nach der Mittagspause ging es weiter mit:

68/1 Phrased Intermediate von José, Daniel Trepat und Roy Verdonk vom Februar 2016 auf die gleichnamige Musik von Phreefall ft. Flemming. Die TB auf Copperknob sagt Easy-Intermediate, was ich nicht für die richtige Einstufung halte.

Eine sehr interessante Kombination von Cha Cha (A Teil) und Night-Club (B Teil) mit machbaren Armbewegungen. Der Tanz verbreitet sich rasend schnell, wenn man die Menge an Videos auf YouTube anschaut.

  • Starting Tonight / Yvonne

48/4 intermediate Walzer von November 2015 zur Musik „Forever Begins Tonight“ von The McClymonts.

Es gibt mehrere Videos, die leider alle gesperrt sind.

32/4 Improver zum Countrytitel “3 Beers To Mexico” von Shane Warner, den José im Dezember 2015 zusammen mit Roy Verdonk geschrieben hat.

  • Same ToIMG-20160416-WA0002 You / José mit Yvonne

war der Überraschungstanz, eine komplett neue Choreographie von Yvonne und José, den die beiden geübt haben, als wir kurz vor 10 Uhr den Saal betreten haben. Leider gibt es bisher weder eine Tanzbeschreibung noch ein Video. Ich kann aber durchaus sagen, dass es ein sehr schöner Westcoatswing ist, den ich im Auge behalten möchte.

Nach „Same To You“ war mein Bedarf komplett bedeckt und ich habe mich still ins Restaurant verdrückt.

Zu den Workshops

Mir haben besonders „Dancing Kizomba“, den ich gleich in der Woche drauf in meiner Gruppe unterrichtet habe, „Only Horses“, „Digital Age“ und „Same To You“ gut gefallen. Es hat sich beim ersten Workshop rausgestellt, dass Yvonne ihr Unterrichtstempo anpassen musste. Es waren unter den Gästen einige, die sich mit der Unterrichtssprache Englisch und der Linedance-Fachterminologie schwer taten. José und Yvonne gaben sich beide sehr viel Mühe mit uns und wiederholten geduldig mehrfach die Workshoptänze.

Die Abendparty ab 19.30 Uhr basierte auf der gigantischen Playliste von 120 Tänzen, die Kurt aus den Wünschen der Gäste zusammengestellt hatte. Weil man 120 Tänze an einem Abend nicht schaffen kann, haben wir schon unterm Tag angefangen die Liste tanzend abzuarbeiten. Kurt wollte niemanden enttäuschen und so stand, glaube ich, fast jeder Wunsch auf der Playliste. Für unsere Gruppe war viel zu tun. Ich war also am Ende des Abends vollkommen geschafft. Die Stimmung war gut und entspannt. José hat uns zwischendrin in einem beeindruckenden Showauftritt seinen Walzer vorgeführt, den er auf Turnieren tanzt. Yvonne wollte ihre Tanzkünste nicht an diese Messlatte anlegen und hat uns deshalb aus freien Stücken mit einer Gesangseinlage überrascht. Sie sang „Ticket To the Blues“ während die Teilnehmer den gleichnamigen Tanz von Niels Poulsen aufs Parkett legten. Dass sie schon mit 16 Jahren in der Band ihres Vaters gesungen hat und selbst eine Band hatte, hat sie uns nicht verraten 🙂

Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich bei den LADs, dass sie Yvonne und José zu sich eingeladen haben, für die schönen Workshoptänze und die große Gastfreundschaft. Ich wünsche der Gruppe weitere schöne Linedance-Jahre und hoffe, dass sie wieder interessante Persönlichkeiten aus der Linedance-Szene zu ihren Festen einladen werden. Ich würde mir auch wünschen, dass sich die Linedanceszene in München und Umgebung und überhaupt in ganz Bayern dem Modern Linedance mehr öffnen würde. Es gibt so tolle und gut besuchte Veranstaltungen in anderen Teilen der Republik, die zeigen, wie gut Modern Linedance mit Country harmonieren kann. Diese beiden sehen doch richtig gut zusammen aus!

Yvonne und José (2)

3 Kommentare

  1. Wie immer, liebe Karin, ein hervorragend geschriebener Bericht, der die Veranstaltung stimmungsvoll und treffend schildert.

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