Obhausen 5.3.2016 030

4. Linedance WE Obhausen mit Wil Bos, 4. + 5. März 2016

Obhausen 5.3.2016 030

Auch in diesem Jahr habe ich das Linedance-Wochenende in Obhausen besucht. Dieses Mal in einer etwas größeren Gruppe von immerhin 6 äußerst sympathischen Linedance-Freunden aus dem Norden von Bayern. Daran, dass der Saal schön ist und sich das Event-Team fürsorglich um die Gäste kümmert, hat sich nichts geändert. So kann ich gleich in die Details einsteigen. NEU war, dass dieses Mal nicht Gudrun Schneider für die Workshops zuständig war, sondern dafür Wil Bos aus den Niederlanden von DJ Henry engagiert wurde.

Der Freitagabend, mit dem das Event traditionell startet, hat uns vollkommen zufrieden gestellt. Wir haben viel getanzt und uns gut amüsiert. Wir konnten sogar schon einen ersten Workshop von Wil Bos mitmachen:

Wil Workshop_geändert Show Me The Way, ein 62/2 Intermediate Cha Cha von Wil Bos und Marja Urgert (NL) von Feb 2016  zu ganz gefälliger Musik von Dr. Victor.

Ich war natürlich auch neugierig auf Wil Bos. Ich kenne ihn seit einigen Jahren, aber nur flüchtig. Er wurde öfters als DJ für einen Crystal Boot Award nominiert, hat aber nie einen gewonnen. Dafür sind die Stimmen in England für englische DJs wahrscheinlich zu übermächtig. Wenn ich in Kalkar war, habe ich ihn gesehen und war dankbar, dass er für Musik an den Partyabenden der Star Awards/Summer Classics sorgte. Hier war nun die Gelegenheit, ihn näher kennenzulernen.

Wil gehört zur internationalen Stammmannschaft der Linedance Teacher/Choreographen und DJs. Er ist schon seit 20 Jahren in diesem Metier tätig und verdient damit seinen Lebensunterhalt. Auf seiner Homepage schreibt er über seinen Werdegang als DJ, Linedance Teacher und Choreograph. Er gibt keine Daten an, so dass man die einzelnen Schritte zeitlich nicht einordnen kann. Er macht auch aus seinem Alter ein Geheimnis. Er wollte es uns nicht verraten. Wir haben es auf Anfang 60 geschätzt. Seine Kariere als Linedance Teacher begann jedenfalls mit der Freundschaft zu Roy Verdonk, mit dem er viele Jahre gemeinsam Tänze choreographierte. Mit dem Erfolg der Tänze begannen die Reisen um die Welt, um auf Events Tänze zu unterrichten oder als DJ zu arbeiten. Nach Deutschland wurde er noch nicht oft eingeladen. In den Niederlanden hat er eine eigene Tanzschule und unterrichtet in seinen Kursen nicht nur seine eigenen Tänze sondern auch die anderer Choreographen. Ich hatte nicht im Kopf, ob ich einige seiner Tänze gelernt habe. Gut, dass ich eine Liste führe. Die hat mir dann verraten, dass der von mir sehr geliebte Walzer „Old Flames“ in Zusammenarbeit mit Roy Verdonk entstanden ist. Die Zusammenarbeit mit Roy Verdonk hat er allerdings eingestellt. Auf seiner Homepage liest man, dass er sich jetzt als Solo-Choreograph versteht.

Der Samstag wurde dann Arbeit. 4 Workshoptänze in der Zeit von 11 bis 17.30 Uhr. Die ersten beiden Tänze waren noch leicht bis etwas schwerer:

Staying In Love”, 62/2 Low Intermediate Rumba von Dezember 2015

Suspicious Minds“ , 62/2 Intermediate von Dezember 2015 zu einem Remix des bekannten Songs von Elvis

Nach der Mittagspause folgten:

Back in My Life”, ein 64/4 Intermediate Cha Cha von März 2016. Es ist leider kein Video auf YouTube frei zur Verfügung. Ich verlinke deshalb die Tanzbeschreibung, die – soweit ich erkennen kann – nur auf Get-in-Line zu finden ist.

Dann folgte nochObhausen 5.3.2016 139

TODOS”, 64/4 Intermediate von Gudrun Schneider & Will Bos von März 2016

“Back In My Life” hat mir persönlich sehr gut gefallen. Auch TODOS ist ein schöner Tanz, den Gudrun und Wil kurz vor dem Workshop noch fertiggestellt hatten. Er ist gerade dabei, sich mit beachtlichem Tempo weltweit zu verbreiten.

Eigentlich möchte ich ja gerne viel Gutes über ein Event und einen Teacher sagen können. Bei Wil Bos fällt mir das etwas schwer. Ich fand, dass er nicht so gut tanzt, wie man es inzwischen von vielen Teachern der Linedance-Szene gewöhnt ist. Er wählt gerne Cha-Cha-Rhythmen für seine Choreographien, führt sie im Unterricht jedoch nicht so vor. Auch wenn die Teilnehmer alle sehr gut in der Lage waren, dem Unterricht in Englisch zu folgen, unterrichtete Wil meiner Meinung nach zu schnell, was so manchen/manche aus dem Konzept brachte. Während der Veranstaltung tagsüber und am Abend hat er sich aus dem Gesamtgeschehen eher herausgehalten, d. h. selten mitgetanzt und sich wenig mit Leuten unterhalten. Ich habe ihn angesprochen und bei dieser Gelegenheit von ihm erfahren, dass er sich in der Szene nicht gerecht behandelt fühlt. Es stört ihn, dass die jüngere Konkurrenz zum Nachteil der erfahrenen Teacher von Veranstaltern gefördert wird. Für mich ist es der normale Lauf der Dinge, dass die Jüngeren die Älteren übertrumpfen und damit auch ablösen. Mir persönlich gefällt es, dass es die jungen weiblichen und männlichen Teacher gibt. Es erfüllt die Hoffnung, dass Linedance mit den Alten nicht aussterben wird. Dass er aber doch auch ein lockerer und lustiger Typ sein kann, haben die erlebt, die mit ihm in derselben Pension übernachtet haben.

Das gute Gefühl, an einem schönen Event teilgenommen zu haben, überwiegt eindeutig. Der Spaß mit Freunden neben und auf der Tanzfläche war grandios und ich komme gerne nach Obhausen zurück.

Gruppenbild

Danke an Pete und Rainer für die Bilder.

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